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DIE KATZE DES PROPHETEN.
Mohammeds Lieblingskatze schlief, gewählt den Mantel des Propheten sich zum Bette, daß sie den Meister, den sie liebte, nahe hätte – als alle Gläubigen zum Gebete rief des Wächters Ruf vom Turm der Minarette.
Da dachte der Prophet: von Gottes Trone ruft das Gesetz zum Beten stark und laut, doch stark und still verlangt es, daß ich schone den Schlummer des Geschöpfes, das mir traut. Das Laute und das Stille sind Gesetze – wie acht' ich beide, daß ich keins verletze?
Er schwankte – und behutsam mit der Hand zerschnitt der Meister Allahs sein Gewand. Das Tier schlief weiter in versonnter Ruh, er aber wandte sich dem Osten zu, um sich in Demut dem zu neigen, dem alles Leben heilig und zu eigen.
In jenem Augenblick hat der Prophet zweifach dem Ewigen geopfert im Gebet: einmal, als er zu Allah rief sein Nachtgebet, das allgewohnte, das zweite Mal, als er den Schlummer schonte der Katze, die auf seinem Mantel schlief.
Und Allah sprach: »Wer so Gebete beut, »schreibt Worte in die Welt, die ewig reden. »Du und das Tier, das du betreut, »seid beide einst im Gottesgarten Eden.«
(Aus “Genius Astri”, 33 Dichtungen von Manfred Kyber)
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